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Heimelige Stuben ...

Bauernstubm




Neben den beiden liebevoll gedeckten, im ländlichen Stil gestalteten Hoangascht- und Bauernstubm mit Bildern von Albin-Egger-Lienz und Franz Eichhorst bilden außerdem ein gepflegter Gastgarten und eine kleine Terrasse an lauen Sommerabenden den würdigen Rahmen für die feine Küche. Umsorgt von unserem Team wird jeder Augenblick zum Genuss.

In der Hoangaschtstubm



Früher war es üblich, sich gemütlich in einer "Stubm", einer Stube zusammenzusitzen und zu "hoangaschtn", Geschichten aus der alten Zeit zu erzählen und zu lauschen. Dieser alten Tradition folgend gibt es seit vergangenem Jahr wieder eine "Hoangascht-Stubm" im Tauernhaus.

Im Jahr 2007 haben wir zum 800-Jahr-Jubiläum den ältesten Teil des Tauernhauses renoviert: die "Samerstubm" und in ihr die Säumergeschichte als Dauerausstellung wieder aufleben lassen.

Graf Heinrich, der letzte des Geschlechts der Grafen von Lechsgemünd verkaufte seine Rechte im heutigen Osttirol im Jahre 1207 an den Erzbischof von Salzburg. In diesen Zusammenhang ist auch die Widmung des Matreier Tauernhauses vom Schwaiggut (Viehhof) zum Tauernhaus einzuordnen.


Um das 12. Jahrhundert wurden vornehmlich im Alpenraum Viehhöfe, „Schwaigen“, errichtet. Durch den einsetzenden Landhunger der ländlichen Bevölkerung entstanden Ansiedlungen auch in Nebentälern und höheren Regionen. Schwaigen waren Dauersiedlungen und keine Almen (also nur im Sommer genutzte Siedlungen). Die großen Grundbesitzer, darunter auch die Erzbischöfe von Salzburg, denen ganze Täler gehörten, hatten selbst ein Interesse, dass viele dieser Güter und Siedlungen gegründet wurden. Das Vieh wurde vom Grundherrn gestellt, die Errichtung der Gebäude, die Nutzbarmachung und Bestellung der Felder blieb dem „Schwaiger“, dem Bewirtschafter überlassen. Dieses Verhältnis basierte auf einer Abgabepflicht. Je nach Größe der Schwaige und Beweidungsmöglichkeit waren jährlich 300 Käse (meist Schafs- oder Ziegenkäse) zu zinsen, Doppelschwaigen wie die späteren Tauernhäuser Schößwendt und Spital waren mit 600 Stück belastet. Für das Matreier Tauerntal betrug der Viehstand pro Schwaige 12 Kühe und 120 – 150 Schafe. Als Unterstützung für die Gebäude bekamen die Bauern gewisse Bezüge an Holz („Holzservitute“). Im späten 15. Jahrhundert wurden die Käsedienste in Geldzins und Schmalzdienste umgewandelt. Trotz der unverkennbaren Vorteile für den Schwaiger war das Leben hart. Die Abgaben mussten alljährlich rechtzeitig erfolgen (ca. 1/3 der erwirtschafteten Menge an Käse usw.).

Kurzporträt: Albin Egger-Lienz und Franz Eichhorst

Albin Egger-Lienz (* 29. Jänner 1868 in Stribach, Gemeinde Dölsach bei Lienz (Osttirol); † 4. November 1926 in St. Justina bei Bozen (Südtirol))

Geboren wurde er als uneheliches Kind der Maria Trojer und des Georg Egger, Kirchenmaler, getauft wurde er auf den Namen Ingenuin Albuin Trojer. Erst 1877 erhielt er die Bewilligung, den Familiennamen Egger zu führen. Nach dem Besuch der Volksschule 1875 bis 1882 in Lienz studierte er auf Vermittlung des Vaters und des mit ihm befreundeten Malers Hugo Engl von 1884 bis 1893 Malerei an der Akademie der bildenden Künste in München bei Karl Raupp, Gabriel von Hackl und Wilhelm von Lindenschmit d.J.
Für 1891 ist erstmals die Verwendung des Namens Egger-Lienz nachweisbar. Nach dem Abschluss des Studiums lebte er als freier Maler abwechselnd in München und Osttirol.

1910 wurde er vom Professorenkollegium der Wiener Akademie der Bildenden Künste als Professor vorgeschlagen. Die Berufung wurde jedoch vom Thronfolger Franz Ferdinand verhindert. Gründe dafür sind in der Zugehörigkeit Eggers in der von Franz Ferdinand abgelehnten Secession zu suchen, wie auch in der Tatsache, dass Egger das Gemälde "Der Totentanz Anno Neun" im Rahmen der Ausstellung zum 60. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs ausgestellt hatte, ein Bild, das weder patriotisch war und angesichts des fortgeschrittenen Alters des Jubilars nicht als pietätvoll angesehen werden konnte.

Im Jahr darauf ließ sich Egger-Lienz in Hall in Tirol nieder, wo er mit den Künstlern des Brennerkreises verkehrte. 1912 ging er als Lehrer an die Großherzogliche Hochschule für bildende Kunst nach Weimar, wo er nur bis 1913 blieb. Nach einem Sommeraufenthalt an der Katwijk aan Zee in Holland, wo er Meeres- und Dünenbilder malte, ließ er sich in St. Justina bei Bozen nieder. In Klausen betrieben einige seiner Schüler eine Kunstschule unter seiner Leitung. 1915 wurde er zu den Standschützen einberufen, jedoch bald dem Kriegsfürsorgeamt zugeteilt, wo er Kriegspostkarten entwarf. 1916-1917 war er in Folgaria und Trient tätig, in dieser Zeit entstand das monumentale Gemälde Den Namenlosen 1914.

In seinen letzten Lebensjahren wurde Egger-Lienz zum Ehrendoktor der Universität Innsbruck und zum Ehrenbürger von Lienz ernannt. Egger-Lienz starb am 4. November 1926 im Grünwaldhof in St. Justina.


Franz Eichhorst (* 7. September 1885 in Berlin - 30. April 1948 in Innsbruck) war ein deutscher Maler, Radierer und Illustrator.

In den frühen 20er Jahren fand Eichhorst eine zweite Heimat in Matrei in Osttirol und richtete sich dort ein Atelier ein, in dem er in den Sommermonaten arbeitete.


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Der Salzburger Erzbischof war aus wirtschaftlichen Gründen am Saumhandel über den Felbertauern interessiert, da er von der eingehobenen Maut profitierte. Zwischen 1300 und 1550 blühte der Handel über den Felbertauern. Um diesen Saumhandel über den Felbertauern zu unterstützen, wurden neben dem Tauernhaus Schößwendt und Spital auf der Nordseite auch das Matreier Tauernhaus auf der Südseite des Felbertauern eingerichtet. Sinn und Zweck der Tauernhäuser war es, die Dauer des Übergangs zu verkürzen, um somit lange Wegstrecken ohne Zufluchtsmöglichkeiten zu vermeiden. Für das Offenhalten des Weges über den Felbertauern und die Verpflegung der „Übergiener“ erhielt der Matreier Tauernwirt vom Erzbischof Provisionen, die zuerst in Naturalien, später in Geld ausbezahlt wurden.

Das Salz, das weiße Gold, war das wichtigste Handelsgut über den Felbertauern nach Venedig. Außer Salz säumte man in den Süden noch Metalle, Häute, Wolle, Loden, Leder, Leinwand, geräuchertes Fleisch und auf dem Rückweg in Richtung Salzburg nahmen die Säumer Wein, Decken, Teppiche aus dem Defereggental, Gewürze, Öl und Tabak mit. Für den Salztransport wurde ein Ross mit zwei Salzstöcken (Fuder) beladen. Die Rösser (Pinzgauer Noriker) konnten einen so genannten Ross-Saum mit 168 kg über den Tauern tragen.

Für die Bauern war das „Tauernsäumen“ ein willkommener Nebenerwerb. Oft versuchten sie es mit nur einem Pferd, wobei oft die Ware nicht bezahlt und das Pferd nur geborgt war. Auch arme Leute versuchten mit Kopfkraxen hauptsächlich Branntwein zu säumen.

Die Säumerzeit ist längst vorbei, lediglich die alte "Samerstubm" im Tauernhaus erinnert noch an vergangene Zeit. Zu Ehren des Hl. Bartholomäus (24. August), dem die Tauernhauskapelle geweiht ist, findet stets am darauf folgenden Sonntag der Tauernhauskir(ch)tag statt.