Im schönsten Talschluss der Ostalpen ...
Hinter dem Matreier Tauernhaus und der Wohlgemuths-Alm beginnt die letzte Steilstufe des Tauerntals. Eine Gehstunde vom Tauernhaus entfernt, liegt das malerische Almdorf Außergschlöß mit dem Berghaus Außergschlöß, das zur Einkehr lädt.
Später folgt die in den gewachsenen Felsen gehauene Felsenkapelle.
Der Osttiroler Maler Franz von Defregger verbrachte 1865 einige Monate im Gschlöß, wo er eine Almhütte gemietet hatte, um seine Skizzenbücher mit Zeichnungen von Bergen, Tieren, Almhütten und Almleuten zu füllen.
Berühmt ist der Blick vom Gschlöß zum Großvenediger mit seinem Schlatenkees (Gletscher).
Das Almdorf Innergschlöß mit seinen vielen Hütten erreicht man nach gut 1 1/2 stündiger Gehzeit. Genießen kann man den Blick auf den Großvenediger und das Schlatenkees am Besten von der Terrasse des Gasthauses Venedigerhaus.
Außergschlöß
Herrlich gelegenes Almdorf am Weg ins Gschlöß. Einkehrmöglichkeit im Berghaus Außergschlöß.
Felsenkapelle
Die Felsenkapelle im Gschlöß („Kapelle zu Mariae Geburt“), entstand der Legende nach aus Sühne nach einer überwundenen Liebestragödie. Aus überlieferten Akten geht hervor, dass Marienerscheinungen zwischen den Almhütten und „in grobem gemeyr“ den Anlass gegeben haben. Es wird auch von Kreuzgängen und einem geschehenen Wunder berichtet. 1688 errichtet und zweimal von Lawinen zerstört. 1870 in einem riesigen Felsblock angelegt, renoviert 1970.
Innergschlöß
Im 5. Jahrhundert nach Christi Geburt erfahren wir erstmals etwas vom „zelezo“ (slawisch „Eisen“), dem Innergschlöß (gleiche Wurzel bei Schlaiten im Iseltal). Um das Jahr 1100 wurden auch in den hintersten Tälern Behausungen errichtet, so genannte Schwaigen, die als Viehhöfe dienten. Im Spätmittelalter wurden „Alpordnungen“ erlassen, die regelten, welche Nutzung jedem Bauern zustand. So war es auch im Innergschlöß, das von Matreier Bauern genutzt und bestoßen wurde. Durch Jahrhunderte hinweg zog in steter Regelmäßigkeit an einem Tag in der ersten Junihälfte ein Zug von Kühen, Jungrindern und Kälbern im langsamen Trott den über 20 km langen Weg von Matrei in Gschlöß.
Das Innergschlöß wird als der schönste Talschluss der Ostalpen bezeichnet. Und wahrlich – das mächtige Schlatenkees, über das Klein- und Großvenediger, Schwarze Wand, Hoher Zaun und die Kristallwand thronen, bildet einen unvergleichlichen Hintergrund zum lieblichen Almdorf Innergschlöß.
Fahrten ins Gschlöß
Pferdekutschenfahrten vom Tauernhaus ins Gschlöß:
Alois Köll und Mario Steiner, Tel.: ++43/664/ 9319512.
Preis für Erwachsene einfach 6 EUR, für Kinder 3 EUR.
Zusätzlich verkehrt noch ein Traktor-Bummelzug:
Franz Steiner, Tel.: ++43/4875/6026.
Preis für Erwachsene einfach 4 EUR, für Kinder 2 EUR.
Familie Resinger vom Venedigerhaus führt einen Taxidienst durch, Tel.: ++43/4875/8820.
Impressionen von einer Kutschfahrt (Juli 2009)
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Impressionen aus dem Gschlöß (Juli 2009)
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Staunen und Genießen im Gschlöß
2007 hat sich eine Initiative der Gastbetriebe im "Gschlöß" gegründet. Beteiligt sind:
Anneli und Andreas Brugger vom Matreier Tauernhaus
Andrea Meirer von der Alten Prager Hütte
Tino Mai von der Neuen Prager Hütte
Monika und Hansl Resinger vom Alpengasthof Venedigerhaus
Konrad Winkler vom Berghaus Außergschlöß
In der Sommersaison werden verschiedene Veranstaltungen angeboten.
Besonders beliebt ist die "Mattinga Koscht", bei der alle Beteiligten einheimische Schmankerl auf der Speisekarte anbieten.
Die Arbeitsgemeinschaft gibt jährlich legt jährlich einen eigenen Folder auf.
Gletscherweg Innergschlöß
Rundgang von ca. 4 Stunden am Fuße des Schlatenkeeses. Der Gletscherweg beginnt am Talschluss und führt über einen alten Hirtensteig, vorbei am Salzbodensee und dem Auge Gottes zum Schlatenkees, ehe er unterhalb der Alten Prager Hütte über deren Hüttenweg zurück ins Innergschlöß führt. Höhenunterschied ca. 500 m.
Eine Beschreibung des Gletscherwegs finden Sie hier: Gletscherweg Innergschlöß
Exkursionsbericht "Gschlößtal"
Über die Nationalpark-Homepage ist ein interessanter Exkursionsbericht "Gschlößtal" als PDF-Datei ladbar:
http://www.hohetauern.at/online-service/downloads.html
Aus früherer Zeit: der Weg ins Gschlöß
Ist schon eine Wanderung im Tauerntal zum Matreier Tauernhaus ein wahrer Hochgenuss, so erhöht sich dieser Genuss noch, je mehr wir auf dem weiteren Wege in die Nähe der Gletscherregion kommen. Ganz gewiss wird niemanden die aufgewendete geringe Mühe reuen, die die Fortsetzung des Weges bis Innergschlöß kostet.
Man braucht vom Tauernhaus eine starke Stunde bis Gschlöß und hat nur eine Höhendifferenz von nicht einmal 200 Metern zu überwinden. Wir verlassen das gastliche Tauernhaus, seine Knödel und Forellen und schreiten einwärts dem scheinbaren Abschluss des Tales entgegen, denn nur ein ganz schmaler Spalt im Westen des Talgrundes verrät den Eingang ins Gschlößtal […].
Auf dem weiteren Wege gestattet der Venediger schon Blicke in die Vorhallen seines Heiligtums: der Kesselkopf, an ihn eng sich schmiegend winzig klein die alte Prager Hütte, das weitgedehnte Schlatenkees, darüber der Kleine Venediger zeigen sich ab und zu zwischen der Baumumrahmung, welche in verschieden farbigem Grün den Wald von Fichten und Lärchen bilden, durch den wir wandern: später erscheinen auch andere Eisriesen: die Schwarze Wand, die regelmäßige Pyramide des Hohen Zaun, ein bisschen auch das Rainer Horn und endlich „Er“ selbst (der Großvenediger), in unnahbarer Majestät weit hinter und über seinen Trabanten thronend […].
Ein Rückblick ins Tauerntal lässt uns noch einmal die liebliche Pracht dieses Idylls genießen, die grünenden Wiesen durchströmt vom „keesweißen“ Gschlösserbach, Almhütten und Schupfen, malerisch gruppier, das behäbige Tauernhaus inmitten der alters- und wettergrauen Hütten, weidenden Herden […]. Nun sind wir schon am Eingang ins Gschlöß; das Tal hat sich verengt.
Die Mühe des Anstiegs wird tausendfach belohnt durch den ersten großen ungehinderten Anblick des ganzen Gletscherstockes im Hintergrund des Tales. Schön, überraschend schön ist dieser Blick; vielleicht bietet der Blick von der Kürsinger Hütte oder vom Gumpachkreuz im Dorfer Tal aus mehr an wilder, eisig ernster Romantik, aber in schönerer Harmonie von idyllischer Lieblichkeit und herbem Ernst zeigt sich der Herr der Gruppe nirgends, als vom Hochstein aus. Siste viator! Bleib´ stehen, o Wanderer, oder besser noch, wirf´ dich ins Gras und lasse deine Seele das Bild trinken, das deine entzückten Augen erblicken!
(Lienzer Bote, 19. Juni 1925).




















