Venediger-Höhenweg


Herrlicher, aber anspruchsvoller und hochalpiner Höhenweg im Antlitz des Großvenedigers. Die hier beschriebene Route ist lediglich ein Vorschlag (alle Angaben ohne Gewähr!). Das Matreier Tauernhaus ist hierfür ein idealer Ausgangspunkt.



1. Etappe Matreier Tauernhaus - Dreiseenweg - St. Pöltener Hütte


Verlauf:

Matreier Tauernhaus (1.512 m) - Weg 512 - Grünseehütte (2.235 m) - Grüner See (2.245 m) - Schwarzer See (2.400 m) - Grauer See (2.500 m) - Meßlingscharte (2.564 m) - Weg 513 - St. Pöltener Ostweg - Alter Tauern (2.489 m) - Weinbichl (2.556 m) - St. Pöltener Hütte (2.481 m) am Felbertauern.

Gehzeit: 4 - 5 Stunden

Gipfelmöglichkeit: Meßlingkogel (2.694 m), + 1 Stunde oder Hochgasser (2.922 m), + 2 Stunden.

Beschreibung:

Vom Matreier Tauernhaus aufwärts in vielen Serpentinen zur ehemaligen Bergstation des Venedigerblick-Sessellifts (1.986 m). Von hier wandert man Richtung Grünseehütte über blütenreichen Weidenrasen, der von Bachläufen mit eisenhutblättrigem Hahnenfuß, Sternsteinbrech und Scheuchzers Wollgras durchzogen ist. Neben einem Wasserfall des Meßlingbaches windet sich der Weg in Serpentinen über Moränen zu dem Kar hinauf, in dem der Grünsee liegt. Beim nur 3,5m tiefen Grünsee vereinigt sich der Weg mit dem St. Pöltener Ostweg und führt nun nach Norden hinauf zum Schwarzsee (2.344 m) und weiter zum Grauen See (2.500 m). Die drei nach ihrer unterschiedlichen Färbung benannten Seen liegen in der Verzahnungslinie von Zentralgneis des Granatspitzkerns und Basisamphibolit der Unteren Schieferhülle. Der Schwarzsee ist bis zu 11,5 m tief. 700 m tief im Erdinnern verläuft direkt darunter der 5,3 km lange Felbertauerntunnel. Auf der nächst höheren Stufe der Kartreppe, die vom Meßlingbach durchflossen wird, liegt der 3 m tiefe Graue See am Fuße des Hochgassers (2.922 m). Links hinauf führt nun der Weg zur 2.563 m hoch gelegenen Meßelingscharte, wo sich ein wunderschöner Blick zum Venedigermassiv eröffnet. Vom Meßlingkogel Aussicht zum Großglockner.

Nach nur geringem Gefälle queren wir hoch über dem Tauernbach die sanft geneigten Hänge des Hochgassers. Begleitet von herrlicher Aussicht geht es dem Alten Tauern, dem historischen Kammeinschnitt entgegen (2.498 m). Noch ist ein stahlseilgesicherter Rücken und die daran anschließende stumpfe Erhebung des Weinbühels (2.545 m), zu überschreiten, bevor nach einem kurzen Abstieg die St. Pöltener Hütte am Felber Tauern, einem schicksalvollen, uralten Standplatz, erreicht ist.


2. Etappe St. Pöltener Hütte - Neue Prager Hütte


 

Verlauf:

St. Pöltener Hütte (2.481 m) - St. Pöltener Westweg - Weißeneckkar - Keespöllach (2.412 m) - Zeigerpalfen (2.506 m) - In den Wandeln (2.500 m) - Viltragental (2.343 m) - Gamsleiten - Alte Prager Hütte (2.489 m) - Neue Prager Hütte (2.796 m)

Gehzeit: 6 - 7 Stunden

Beschreibung:

Von der St. Pöltener Hütte über den Felbertauern südlich im Abhang hinab zum Beginn des nördlichen Tauerntales (2.419 m). Rechts am Rand des kleinen Sees (2.361 m) vorbei und südwestlich im Talhang zum Südfuß des Fechtebenkogels, der umgangen wird und der Abfall des Unteren Dichtenkares erreicht ist. Im großen Bogen zum Südgratfuß des Weißenecks und an ihm südwestlich herum (links ein Wasserfall zum tiefliegenden Keespöllachsee) auf die Terrasse (2.412 m) des Keespöllachhanges (darüber rechts das fast verschwundene Keespöllachkees).

An der Terrasse fast waagrecht entlang und südwestlich weiter zum Südfuß des Roten Kogels, der ebenfalls gequert wird. Dann öffnet sich das Gelände zu den Innergschlösser Ochsenalmen. Darüber die Viltragen Nöcker. Weiter steil abwärts ins Viltragental. Aufwärts am Gamsleitenhang des Vorderen Kesselkopfes und im Bogen zur Alten Prager Hütte hinauf (Seilsicherungen), dann noch eine 3/4 Stunden hinauf zur Neuen Prager Hütte.


3. Etappe Neue Prager Hütte - Badener Hütte


Verlauf:

Neue Prager Hütte (2.796 m) - Alte Prager Hütte (2.489 m) - Gletscherweg Innergschlöß - Punkt 2137 - Rudolf-Zöllner-Weg - Weg 921 - Löbbentörl (2.770 m) - Badener Weg - Keespöllach - Badener Hütte (2.608 m)

Gehzeit: 5 Stunden

Gipfelmöglichkeit: Innerer Knorrkogel (2.884 m), + 1 Stunde

Beschreibung:

Von der Neuen Prager Hütte Abstieg zur Alten Prager Hütte. Auf einem bezeichneten Moränensteig hinab zum Nordufer des Schlatenkeeses (Venedigergletscher). Über den Gletscherweg Innergschlöß bis kurz oberhalb des Salzbodensees (2.137 m). Nun auf den Rudolf-Zöllner-Weg, der aufwärts in der Randmoräne und deren Hängen zum Löbbentörl leitet. Das Törl ist eine der schönsten und gewaltigsten Stellen der östlichen Venedigergruppe und vermittelt außergewöhnliche Eindrücke (Anblick des Eissturzes vom Schlatenkees, im Törl Heldenkreuz der OeAV-Sektion Baden bei Wien).

Jenseits absteigende Hangquerung, rasendurchsetzt (unter dem Löbbenkopf) zu einem vorspringenden, schmalen Moränensporn (2.640 m). Dann folgt eine weite Karmulde mit weiterer Querung in weniger steilem Gelände. Nun unter überhängender Felswand (mit Wasserfall vom Kristallwandkees herab) auf schmaler Rampe aufwärts (15 m Drahtseil) und weiter lange Querung, dabei am nächsten Wasserfall vorbei (Drahtseil) zu einem begrünten Rücken (Felsblöcke). Nach diesem unter überhängender Felswand (mit Wasserfall) entlang, dann mäßig aufwärts an einer Plattenwand zu einem grünen Rücken (große Felsblöcke). Um diesen hinüber in eine Wandbucht und ansteigende Querung des Berghanges, dabei eine Steilrinne überqueren (Drahtseil), zur Badener Hütte.

Besonderer Hinweis:

In den Rinnen hält sich sehr lange der Schnee! Ggf. Mitnahme von Pickel oder Steigeisen aus Sicherheitsgründen ratsam.


4. Etappe Badener Hütte - Bonn-Matreier-Hütte


 

Verlauf:

Badener Hütte (2.608 m) - Achsel (2.225 m) - Weg 922 - Garteneggen - Galtenpölach - Mailfrosnitz - Galtenscharte (2.882 m) - Ledraun - Kälberscharte (2.791 m) - Bonn-Matreier-Hütte (2.750 m).

Gehzeit: 4 - 5 Stunden

Gipfelmöglichkeit: Rauhkopf (3.070 m), + 2 Stunden, Säulspitze (3.209 m), + 3 Stunden.

Beschreibung:

Die Galtenscharte ist zwischen Galtenkogel (südöstlich) und Maurer Röte (nordwestlich) eingeschnitten. Von der Badener Hütte in Kehren an der Stirnmoräne des Frosnitzkeeses abwärts zur Wegteilung an der Achsel (2.225 m). Am rechten Weg südlich am Hang der Hohen Achsel weiter, über den Galtenboden und ansteigend zum Auslauf des Mailfrosnitzkares, das bei P. 2285 erreicht und südlich durchschritten wird. In Kehren den Nordhang des Galtenkogels aufwärts (Seilsicherungen) und über P. 2.530 zur Galtenscharte. Kurz auf Steig am Grat entlang, dann hinab in ein kleines Kar (Sicherungen) und wieder hinauf zur schmalen Kälberscharte (2.791 m, Sicherungen) und jenseits weiter zur Bonn-Matreier-Hütte (2.750 m).

Besonderer Hinweis:

Oberhalb des Frosnitztales sehr ausgesetzt, zur Galtenscharte beidseitig erhöhte Steinschlaggefahr! In den Rinnen hält sich sehr lange der Schnee! Ggf. Mitnahme von Pickel oder Steigeisen aus Sicherheitsgründen ratsam.


5. Etappe Bonn-Matreier-Hütte - Johannishütte


Verlauf:

Bonn-Matreier-Hütte (2.750 m) - Sandboden (2.624 m) - Eselsrücken - Weg 923 - Eisseehütte (2.500 m) - Timmeltal - P. 2555 - P. 2752 - Zopetscharte (2.958 m) - Zopet - Johannishütte (2.121 m).

Gehzeit: 6 - 7 Stunden

Beschreibung:

Von der Bonn-Matreier-Hütte westlich quer durch das Nillkar zum obersten Teil des Eselrückens und über ihn hinweg zum Südwestsporn der Wunwand hinüber, unter dem das Timmeltal mit der Wallhornalpe liegt. Lange nördliche Hangquerung, dabei unter dem Kar "Am kleinen Eichham", am Fuße des Hohen Eichham - Südwestgrates, am Kar "Am großen Eichham" und am Fuße des Großen Hexenkopf - Südwestgrats vorbei, in die weitere Karmulde der Kleinitzalpe mit der Eisseehütte (2.500 m).

Von der Eisseehütte hinauf in den Boden der Kleinitzalpe. In steilen Kehren hinauf zur Zopetscharte (2.958 m, Sicherungen). Hinab in das Zopet und in Serpentinen zur ältesten Hütte der Ostalpen - der Johannishütte (2.121 m).

Besonderer Hinweis:

Beim Aufstieg zur Zopetscharte erhöhte Steinschlaggefahr!

Variante: Eisseehütte - Sajathütte - Johannishütte

Gehzeiten: Eisseehütte - Sajathütte 2 1/2 Stunden, Sajathütte - Johannishütte

Zwischen der Sajathütte und der Johannishütte exponierter Steig "Sajat-Höhenweg" mit Seilsicherungen. Steiler Anstieg zur Sajatscharte.


6. Etappe Johannishütte - Essen-Rostocker-Hütte


Verlauf:

Johannishütte (2.121 m)- Aderkamm - Türmljoch (2.790 m) - Schweriner Weg - Essen-Rostocker-Hütte (2.208 m) - Maurer Tal - Stoana Alm (1.450 m) - Ströden (1.403 m). Rückfahrt mit Bus zum Matreier Tauernhaus.

Gehzeit: 5 - 6 Stunden

Beschreibung:

Auf dem Schweriner Weg geht es von der Johannishütte über den Dorfer Bach und am Westhang des Tales nördlich steil auf die Felsstufe des Aderkammes (P. 2494), dann westlich auf das Türmljoch (2.790 m). Abstieg westlich an Hängen des Kleinen Geigers entlang, dann mit kurzen Kehren zum Maurerbach und zur Essen-Rostocker-Hütte (2.208 m).

Über den Moränenrücken abwärts in den wasserreichen Talkessel. Von der Ochsnerhütte (1.950 m), steil hinunter in das tief eingeschnittene Tal des Maurer Baches bis zur Talstation der Materialseilbahn (1.552 m). Nun über die Göriacher Alm (1.459 m) zum Endpunkt der Tour nach Ströden (1.403 m).

Besonderer Hinweis:

Von der Essen-Rostocker-Hütte hochalpine Fortsetzung über das Reggentörl zur Clarahütte im Umbaltal (Gletschertour) oder über die Alpenkönigroute (unmarkiert und in keiner Karte eingezeichnet, hochalpin und äußerst anspruchsvoll, am Besten nur mit Bergführer!) zur Clarahütte.